Pestessig (Four thieves vinegar)

Die Legende, die diesem Rezept zugrunde liegt, wird immer wieder an andere Schauplätze (London, Marseille, Rom) und in andere Zeiten (Kreuzzüge oder 18. Jahrhundert) verlegt. Inhaltsmäßig ist sie aber immer gleich: Die Pest hatte die Stadt voll im Griff und die Quarantäne wurde brutal durchgesetzt. Eine Gruppe von Dieben brach trotzdem in die gesperrten Häuser ein, um dort zu stehlen. Sie plünderten sogar auf den Friedhöfen die Pesttoten.

Man war schockiert, aber auch neugierig: wie haben sie es geschafft der Infektion zu entgehen? Ein auf die Diebe ausgesetztes Kopfgeld führte schließlich zu ihrer Ergreifung und Verurteilung zum Tode. Aber die Diebe schlossen mit den Behörden einen Deal: die Formel ihres Elixiers gegen ihre Freiheit. Seitdem hat der Pestessig eine hohe Reputation den Anwender vor dem sicheren Verderben zu retten und alle Gefahren von ihm abzuwenden. Besonders im Voodoo machte er unter dem Namen „Four thieves vinegar“ Furore.

Die Rezepte dafür sind verschieden. Allen gemeinsam sind nur der Essig und der Knoblauch. Traditionell gab jeder Dieb dann ein weiteres Kraut dazu, das er aber für sich behielt. Hier mein Rezept. Die Wirksamkeit gegen die Pest würde ich nicht ausprobieren wollen, aber sonst gab es damit schon sehr gute Ergebnisse. Und wenn man die Weinraute weg läßt, kann man die Reste auch als Salatsoße verwenden…

200ml natürlicher Apfelessig

1 Knolle Knoblauch

1Tl schwarze Pfefferkörner

1Tl frischer Thymian

1Tl frisches Rosmarin

1Tl frischer Wermut

Optional: 1Tl frische Weinraute

Der Knoblauch wird zerdrückt und in den Essig gegeben. Danach die anderen Kräuter dazugeben. Diese Mischung läßt man mindestens 4 Tage stehen, wobei man sie täglich schütteln sollte. Nach dem Abseihen ist der Pestessig gebrauchsfähig.